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Der Vorstand des Vereins Tenna Hospiz legte am 9. April 2024 die Jahresrechnung des zweiten Betriebsjahres an der ordentlichen Generalversammlung vor. Das Erfreuliche vorweg: Die Vereinsrechnung schliesst – im Gegensatz zu den omnipräsenten Katastrophenmeldungen Schweizer Spitalbetreiber – mit einem erfreulichen Resultat ab.

Die Jahresrechnungen des Vereins Tenna Hospiz sind auf der Webseite öffentlich einzusehen: Mach dir selber ein Bild!

Der Verein, als Trägerin der Liegenschaft, erzielte einen Überschuss von fast CHF 53’000 im Jahre 2023. Diese fliessen in die freien Mittel für Aufgaben und Verpflichtungen des Vereins. Daraus werden auch Gebäudeanpassungen in der “Alten Sennerei” – pflegegerechter Wohnraum für den letzten Lebensabschnitt finanziert. Schon diesen Sommer werden wir eine weitere Verbesserung präsentieren können, nämliche eine automatische Schiebetüre als Zugang zur grossen Stube, die auch als Café dient.

Die Wohngemeinschaft Alte Sennerei, für die eine eigene Rechnung innerhalb der Vereinsbuchhaltung geführt wird, weist einen Fehlbetrag von CHF 3’700 aus für das zweite volle Betriebsjahr. Also doch auch von Spitalsterben betroffen?

Nein!

Wir haben einfach zu zeitnah die Boni zugunsten der Mitbewohnenden ein bisschen überschätzt.

Im Jahr 2023 hat die Wohngemeinschaft Alte Sennerei 1’585 Pflegetage (seit Betriebsaufnahme 3’456 Tage) erbracht. Das sind Leistungen im Wert von CHF 215’100. Von dieser Summe wurde den Mitbewohnenden CHF 188’400 in Rechnung gestellt. Das heisst, der Verein und die Wohngemeinschaft haben den Mitbewohnenden ihren Anteil an der Care Arbeit, welcher normalerweise von Frauen und Freiwilligen ohne grosse Anerkennung und umsonst geleistet wird, mit CHF 26’700 vergütet. Was bedeutet, dass 12,4% der Kosten für Beherbergung, Hotellerie, Begleitung und Bewältigung des Alltags unmittelbar zurückgeflossen sind an die Betroffenen.

Solche Boni kennen in der Schweiz nur Banker.

So was nennen wir Sozialtarif: Wenn diese Kosten umgerechnet werden, so hat ein Tag in der Wohngemeinschaft Alte Sennerei für einen Menschen im letzten Lebensabschnitt, der nicht mehr eigenständig zuhause leben kann, CHF 119 gekostet (ø CHF 112 von 2021 – 2024). Rechnen wir nun fairerweise auch noch die Eigenleistungen dazu, welche im Anhang der Jahresrechnung ausgewiesen sind, dann ergibt sich eine andere Zahl.

Von Freiwilligen, Angehörigen, Nachbarn, Praktikant*Innen, wie auch durch Leistungen der gegenseitigen Unterstützung in der Wohngemeinschaft, wurden im Jahr 2023 4’478 Stunden Care Arbeit geleistet. Das entspricht einem Wert von CHF 127’605.

Die Vollkosten für einen Tag der achtsamen Begleitung im letzten Lebensabschnitt durch die Wohngemeinschaft Alte Sennerei im Tenna Hospiz sind anhand der Vereinsrechnung 2023 durchschnittlich CHF 199 pro Tag. Dazu braucht es keine Subventionen, Kantonsbeiträge, Sozialversicherungsgelder. Unser Betrieb belastet die öffentliche Hand nicht.

Spenden an den Verein Tenna Hospiz und die Wohngemeinschaft Alte Sennerei ermöglichen eine laufende Verbesserung der Infrastruktur und neue Aktivitäten – zum Beispiel die aufsuchende Beziehungsarbeit zu den Menschen im letzten Lebensabschnitt im Safiental, die weiterhin in ihrem Zuhause wohnen.

Auch der Betrieb des Cafés in der grossen Stube der “Alten Sennerei” trägt nicht nur zur entschädigten, sinnstiftenden Beteiligung der Mitbewohnenden bei, sondern ermöglicht regen Austausch mit der Welt und ein zusätzliches, bescheidenes Einkommen der Wohngemeinschaft, welches die Haushaltskosten auf einem tragbaren Niveau hält – und aus denen wir uns auch mal etwas Schönes leisten können.

Damit hätten wir den Salat. Wenigstens den Zahlensalat für heute.

Othmar (credit: Urs Fitze)