Wie im Traum - Heimatmuseum Camana

Der Traum

Menschen, die pflegebedürftig werden, können bis zuletzt in Würde im Safiental leben und in Frieden sterben: Das ist der Traum. Um diesen zu verwirklichen, wurde der Verein Tenna Hospiz gegründet. Er will Wohneinheiten für eine Senioren-Wohngemeinschaft schaffen, die alters-, pflege- und behinderten-gerecht sind. Der Traum vieler Leute ist es, selbstbestimmt leben zu können, auch wenn es alleine nicht mehr geht.

‘Ein Hospiz für das Bergdorf Tenna’, ein Video Beitrag

Im Safiental gibt es keine stationäre Pflegeeinrichtung. Deshalb müssen Menschen, die pflegebedürftig sind und nicht mehr zu Hause betreut werden können, in eine Institution ausserhalb des Tals verlegt werden. Die Geographie des Tales und die Verkehrsverbindungen erschweren den Kontakt mit der Heimat und den Angehörigen. Die Verlegung in Zentrumsorte bedingt oft eine einseitige Anpassung an ungewohnte Kultur- und Sprachtraditionen.

Als geeignetsten Standort in der Gemeinde Safiental wurde Tenna erkannt. Das Dorf liegt auf einer Sonnenterrasse, ist mit dem Postauto gut erschlossen und die Dorfgemeinschaft pflegt wichtige Infrastruktur wie Laden, Post und Hotel, die zentral in der Fraktion Mitte liegen. Somit können Dienstleistungen wie Mahlzeiten, Wäsche waschen und Putzen durch Betriebe im Tal angeboten werden, was die lokale Wirtschaft stärkt.

Die Region Surselva hat gute ambulante Dienste für Pflege und Betreuung zu Hause. Die stehen auch einer Senioren-Wohngemeinschaft in Tenna zur Verfügung. Mit dem Wohn- und Pflegemodell 2030 schlägt CURAVIVA Schweiz den Übergang zu einem integrierten Versorgungskonzept «stationär und ambulant» vor, bei dem nicht mehr die Fehlanreize der heutigen Finanzierungsformen, sondern der Pflegebedarf der Kunden das zentrale Instrument für die Zuteilung zu einer Pflegeform darstellt.

Neben den Wohneinheiten sind auch gemeinsam nutzbare Räumlichkeiten vorgesehen. Diese ermöglichen den Austausch mit der Talbevölkerung und verhindert damit die Isolation der Bewohnerinnen und Bewohner. Einen Teil der Wohneinheiten werden für Menschen, die Betreuungs- und Pflegedienste leisten bereit gestellt. Diese Fachkräfte können auch weitere Aufgaben übernehmen wie ambulante Pflege und Betreuung sowie Tagesstrukturen um pflegende Angehörige zu entlasten.

Diese Form einer Senioren-Wohngemeinschaft ist im Einklang mit dem Altersleitbild Graubünden 2012 und die Gemeinde Safien hat 2015 im kommunalen Richtplan beschlossen, die Voraussetzungen für eine soziale Wohn- und Pflegeeinrichtung zu schaffen.

Die Senioren-Wohngemeinschaft mit pflegegerechtem Wohnraum soll wirtschaftlich geführt werden, aber nicht profitorientiert. Deshalb wurde der gemeinnützige Verein Tenna Hospiz gegründet. Er soll sicherstellen, dass der soziale Wohn- und Arbeitsraum längerfristig gesichert werden kann.

Ein Solidaritätsfonds soll sicherstellen, dass die Beherbergung und Betreuung in der “Alten Sennerei” zu einem Sozialtarif möglich ist. Altersarmut, die auch im Safiental Realität ist, ist kein Grund um nicht bis zuletzt in Würde leben zu können. “Wir gönnen uns einen Luxus, den sich alle leisten können sollen!”

Der Verein Tenna Hospiz hat im Herbst 2017 die ehemalige Sennerei in Tenna gekauft. Mit einem Um- und Neubau bis 2020 wird pflegegerechter Wohnraum geschaffen.

Ein detaillierter Projektbeschrieb zum herunterladen: Projektbeschrieb “Alte Sennerei”

Für die Eiligen gibt es auch einen Kurzbeschrieb (Stand August 2018): Projektbeschrieb3Kurz

Hier gibt es auch unsere Vereinsstatuten: Statuten Verein Tenna Hospiz und unseren ersten Jahresbericht mit Rechnung Verein Tenna Hospiz 2017

Das Modell zum Bewundern

 

An der öffentlichen Informationsveranstaltung vom 20. Oktober 2018 wurde das Modell des geplanten Ersatzbaus für die ehemalige Sennerei einem breiten Publikum und der Presse vorgestellt.

Das Modell wurde gebaut von Pascal Hofmann von Corina Haertsch und Pascal Hofmann, Architekten, Zürich, mit Hilfe von Othmar F. Arnold. Es kann auf Anfrage in Tenna besichtigt und bewundert werden.