Alte Sennerei

Pflegegerechter Wohnraum für den letzten Lebensabschnitt im Safiental

Der Verein Tenna Hospiz plant und realisiert mit der “Alten Sennerei” pflegegerechten Wohnraum für den letzten Lebensabschnitt in Tenna, Gemeinde Safiental GR.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vereinsmitglieder mit dem Modell der “Alten Sennerei” vor der ehemaligen Sennerei in Tenna. V.l.n.r. Lea Moliterni, Daniel Casutt, Othmar F. Arnold, Bigna Zellweger, Pascal Hofmann (Architekt)

Mit der “Alten Sennerei” entstehen mehrere Wohneinheiten für eine Wohngemeinschaft mit hoher Kompetenz in Palliative Care und Sterbebegleitung. Diese Wohneinheiten “Zwischen Heim und Daheim” werden hindernisfrei, aber ebenso alters-, pflege- und behinderten-gerecht sein. Der Wohnraum soll auch erschwinglich sein.

Der Wohnraum für eine Senioren-Wohngemeinschaft ist in Tenna geplant, wo eine sonnige Lage und bestehende Zentrumsfunktionen ein ideales Umfeld bilden. Das Projekt ist eine konkrete Antwort auf den unrealisierten Bedarf an alters- und behindertengerechtem Wohnraum im Safiental. Der Bestand an hindernisfreiem Wohnraum ist minimal. Die Versorgung mit ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten ist nur schwer vollumfänglich und ganzjährig sicher zu stellen. Viele Bewohnende werden so lange wie möglich von Angehörigen gepflegt und unterstützt. Für diese gibt es keine Entlastungsmöglichkeiten.

Das Projekt ist auch eine Antwort auf die Betroffenheit, dass Mitmenschen, die pflegebedürftig werden, oft ausserhalb der Gemeinde in eine Pflegeinstitution verlegt werden; damit werden sie dann meist zusätzlich noch sozial und kulturell von ihrem gewohnten Umfeld separiert. Die soziale Isolation und Einsamkeit im Alter und bei Behinderung und Gebrechlichkeit sind die schlimmste Krankheit und die grösste Sorge aller Menschen.

Das Bauprojekt

Der Entwurf für den Ersatzbau der Sennerei sieht einen Holzbau vor, der sich von der Materialwahl her bestens in die Tradition der Walserhäuser im Safiental eingliedert. Er kopiert allerdings nicht die traditionelle Formensprache der einstigen Bauernhäuser. Vielmehr zeigt er, dass die Sennerei ihre eigene Bedeutung hatte in der jahrhundertalten Geschichte dieses Tales: Um 1955 wurden die traditionellen Einzelsennereien aufgegeben, um die saisonale Milchverarbeitung genossenschaftlich und mit modernen Mitteln zu bewerkstelligen. Dazu kam die Überwindung der mangelnden Erschliessung der Alp durch fahrbare Wege mit einer Seilbahn. 

Die Form des neuen Gebäudes und dessen Gliederung werden weiterhin an die nun historischen Nutzungen erinnern, ohne das Alte zu kopieren. Da wo die Milchannahme und -verarbeitung war, wird ein grosser Wohnraum entstehen, der dem Dorf (Öffentlichkeit) zugewandt ist. Bergseits am Gebäude entstehen ein Treppenhaus und eine Balkonanlage, die die frühere Talstation verkörpern. Nun werden Menschen dort beschaulich berg- und himmelwärts schauen können.

Der jetzige Durchgang zwischen den Baukuben wird bewahrt, aber neu als Innenraum gestaltet. Er bleibt der Verbindungsweg zwischen der geschäftigen Welt des Dorfes und der ruhigeren Welt der majestätischen Naturkulisse. Dieser schneidet sich im Pflegebereich mit einer zweiten Achse, die auch licht-führend sein wird, aber mehr das Kontinuum im Leben zwischen Geselligkeit und Besinnlichkeit repräsentiert.

Die Fassaden zeigen einen schlichten, aber wirkungsvollen Wechsel von Symmetrien, Wiederholungen und Kontrasten. Dieser lässt von aussen die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten des pflegegerechten Innenraumes und der ebenso vielfältigen Bedürfnisse einer Wohngemeinschaft erahnen.

Die Finanzierung

Die “Alte Sennerei” wird als Gebäude für eine Senioren-Wohngemeinschaft privat finanziert. Die Bauinvestitionskosten werden CHF 3 Millionen betragen. Eine breitangelegte gemeinnützige Mittelbeschaffung sorgt dafür, dass die verschiedenen Wohneinheiten zu einem sozialverträglichen Tarif vermietet werden können.

Der Zeitplan

Es liegt ein detailliertes Bauprojekt vor, das im Februar 2019 für die Baueingabe vorbereitet wird. Nach der Schneeschmelze wird der Spatenstich für den Rückbau der ehemaligen Sennerei und der Baustart für die “Alte Sennerei” stattfinden. 

12. Oktober 2019: Welt-Hospiz-Tag. Die Baustelle und der Rohbau werden der interessierten Bevölkerung vorgestellt werden.

30. September 2020: Nach einem guten Jahr Bauzeit wird die “Alte Sennerei” betriebsbereit sein und einer Wohngemeinschaft zur Nutzung übergeben. Danach wird der Verein Tenna Hospiz zuständig sein für den fortlaufenden Unterhalt und die Werterhaltung der Liegenschaft.

10. Oktober 2020: Welt-Hospiz-Tag. Feierliche Eröffnungsfeier “Alte Sennerei”, Tenna – pflegegerechter Wohnraum im Safiental für den letzten Lebensabschnitt.

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