Am Sonntag versammelten sich etwa dreissig Leute aus Tenna, der Gemeinde Safiental, aber auch von Auswärts, um zusammen mit den VertreterInnen des Vereins Tenna Hospiz den Spatenstich für das Projekt “Alte Sennerei” zu feiern. In einer kurzen Zeremonie wurde in erster Linie dessen gedacht, das nun weichen muss um Platz zu machen für den Neubau.

Othmar Arnold betonte, dass der Wandel der Zeit unaufhaltsam ist. Auch vor der ehemaligen Sennerei war dieser Platz eng verbunden mit der Geschichte der Gemeinde Tenna, mit dem bäuerlichen Leben der alten TennerInnen. Bilder von 1908 illustrierten die Kornhiste, die an diesem Ort davon zeugten, dass das tägliche Brot damals noch in mühsamer Handarbeit erst als Getreide auf steilem Acker auf 1650 Metern über Meer angebaut werden musste. Mit allem was dazu gehörte, nämlich auch das raue Klima, das bedingte, dass das Getreide in der Milchreife geerntet wurde und dann die Garben auf Histen nachgetrocknet wurden. Erst dann gingen die Ähren zur Dreschtenne, dann die Körner zur Mühle – bis am Schluss ein Rind das gemahlene Mehl im Sack auf dem Redig zurück ins Dorf brachte…

Nun verschwindet eine andere Zeitzeugin: Die Sennerei, in der jahrzehntelang die Frühlingsmilch zu Bergkäse wurde, dann die Sommermilch zu Alpkäse. Wo Gebsen und Kannen in Gebrauch waren, wo die Seilbahn die Verbindung herstellte zur Alp. Wo man die Molke abholte um die Schweine zu füttern. Alles Geschichte und viele Geschichten. An der Feier waren verschiedene Leute da, welche diese Zeit aktiv erlebt haben, die selber Käse machten oder die Milch anlieferten, und sogar welche, die sich noch daran erinnerten, wie die Bauern mit der Spitzhacke ausrückten um gemeinsam die Baugrube für das Fundament der Sennerei und der Seilbahn anzulegen! Auch da – harte Arbeit, Handarbeit.

Nun fängt ein neues Kapitel in der Geschichte von Tenna und dem Safiental an. Das Projekt wurde schon mehrfach vorgestellt, zur Veranschaulichung war das Modell vor Ort.

Unsere Dorf- und Tal-Gemeinschaft ist auch im Universum eingebettet. Mit einer kurzen Besinnung haben wir Gott angerufen, das Projekt und die Menschen die daran arbeiten, zu behüten. Es liegt ja nicht alleine in unserer Hand und Kraft, dass das, was wir heute in Worten und Werken tun auch Wurzeln schlägt, wächst und reift!

Möge das Projekt “Alte Sennerei” gelingen und auf Jahre hinaus gute Früchte tragen.

Das letzte Bild der ehemaligen Sennerei von Tenna. Selbst der Himmel trauerte mit!