Ein trostloses Bild der ehemaligen Sennerei zeigt sich am Ende des dritten Tages des Rückbaus. Die Seilbahnstation ist in ihre Teile zerlegt. Das Sennereigebäude ist eine Ruine die sich im kühlen Abendlicht präsentiert wie aus einem Kriegsgebiet.

Dazu passt die Bemerkung eines Nachbarn: “Nun spinnen die Tenner alle: sie machen alles kaputt was wir einst aufgebaut haben”. Für mich ist diese Reaktion begreiflich. Noch lebt ein Teil der Generation, die in ihrer Jugend den Wandel von der bäuerlichen Einzelsennerei zur genossenschaftlichen Gemeinschaftssennerei im Dorf erlebten. Noch leben Menschen, die an den Vorbereitungen und dem Bau der Sennerei und der Seilbahn mitgearbeitet haben. Und noch leben Menschen, die in diesem Gebäude tätig waren, als Sennen und Sennerinnen, als Milchlieferanten und Milchkundinnen, als Bediener der Seilbahn und als Handweberinnen. Doch, der Schmerz trifft nicht alle gleich.

Die Bedürfnisse des Dorfes ändern sich genauso wie die Bedürfnisse der einzelnen Bewohner. So hoffen wir, dass Ende 2020 pflegegerechter Wohnraum bereit stehen wird – auch für genau jene Generation, die doch den Wandel der Zeit an Hand der ehemaligen Sennerei in Tenna miterlebt haben.

Das Skelett der Seilbahnstation
Am dritten Tag gab es Ziegelschrot, Balken, Bretter, Eisenrohre, Isolationsmatten, Dachlatten und vieles mehr. Doch die ehemalige Sennerei verschwindet so langsam…