Betreuung für Menschen die altern ist nicht mehr etwas, das die An- und Zugehörigen freiwillig und unentgeltlich leisten. Die nun vorliegende Arbeit eines Stiftungskonsortiums formuliert, dass Betreuung für alternde Menschen auch ein Teil des Service Public werden muss. Damit würde dafür ein neuer gesellschaftlicher Stellenwert entstehen.

Der Verein Tenna Hospiz sucht einen dritten Weg: Er möchte die pflegenden Angehörigen unterstützen bei der Betreuungsarbeit, wie auch Freiwillige und Fachkräfte mit einbinden. Wenn die Betreuungsarbeit voll professionalisiert und institutionalisiert wird laufen wir in die Gefahr, dass die Bedürfnisse des Systems die individuellen Bedürfnisse der betroffenen Menschen überschatten. Auch im Wegweiser wird bereits von “betreuten Menschen” gesprochen – eine Analogie zum “Patienten”, der (von oben herab) behandelt werden muss.

Der Staat und die privaten Versicherungen werden sich kein drittes System wie die medizinische und pflegerische Versorgung leisten können. Zudem verliert die Betreuung an Kraft, je grösser die Distanz zwischen den Beteiligten wird. Deshalb scheint die Wohngemeinschaft und ein Zusammenspiel von ambulanten und stationären Angeboten ein machbarer Weg für die Bewältigung des Alltags und für gute Betreuung im Altern.

Für die Wohngemeinschaft in der “Alten Sennerei”, Tenna, gehen wir davon aus, dass Menschen bis zuletzt autonom und selbstbestimmend leben, und dass sie dazu in gewissen Belangen Unterstützung brauchen. Dazu gehört, dass sie das Bedürfnis nach Betreuung äussern zur Erhöhung ihres menschlichen Sicherheitsgefühls.