081 645 11 11 info@tennahospiz.ch

Zum 💯 sten Geburtstag!

Heute gedachten wir dem 100. Geburtstag eines Mannes, der wesentlich an der Vision und deren Umsetzung zum Tenna Hospiz beteiligt war.

Er stellte mich 1983 auf gut Glück als Hirt und Senn ein, um einen Alpsommer lang 30 Kühe zu umsorgen, zu melken und aus der Milch Alpkäse zu machen.

Er war Präsident des Aufsichtsrates der örtlichen Raiffeisenkasse, bei der ich als Teilzeit-Verwalter angestellt wurde. Er schaute mir auch hier gut auf die Finger.

Viel später genoss er seinen Ruhestand auf dem familieneigenen Bergbauernhof auf 1640 müM. Er lebte mit Alzheimer und ich durfte als Knecht auf dem Hof mitarbeiten – nebenbei die Familie in Sachen Demenzpflege beraten.

Bis zum Klassiker – Schenkelhalsbruch mit 91. Nach einer operativen Behandlung im Spital wollte er sofort wieder nach Hause. Was aus strukturellen Gründen nicht möglich war, denn ein altes Walserhaus lässt sich nicht innert 10 Tagen auf rollstuhlgängig und pflegegerecht trimmen.

Ich hatte das Privileg, ihn dann drei Monate lang zu begleiten, über die vertrauten Berge hinweg. Meine Absicht war es, seinem Wunsch nach Rückkehr in die geliebte Umgebung und Heimat gerecht zu werden.

Ja, er wurde in seiner Stube aufgebahrt, und der Trauerzug ging von seiner Haustüre zum Gottesacker bei der schönen Kirche in Tenna.

.

Diese Erlebnisse bekräftigten die Vision eines Hospizes im abgelegenen Bergdorf. Über eine Notwendigkeit mussten wir keine Bedarfsstudie in Auftrag geben.

Also gründete ich, zusammen mit Mitgliedern der Familie, den Verein Tenna Hospiz. Alles weitere kann auf tennahospiz.ch nachgelesen werden.

Heute sass die Wohngemeinschaft und Mitglieder der Familie im Café der Alten Sennerei zusammen, und gedachten dem unaufdringlichen Förderer des Projektes.

Seinen Einfluss dokumentierte des SBK – ASI Reportage zum Jahr der Pflegefachpersonen mit dem unterstehenden Bild: Die vertraute Stube, in der am Ende eines langen Lebens ein prophetisches Projekt begann, sich zu entfalten. Sein Porträt im Hintergrund.

Seine Frau ist heute die Seniorin in der Wohngemeinschaft Alte Sennerei im Tenna Hospiz. Ob dereinst ein (Ur)Enkelkind als sorgende MitbewohnerIn im Betrieb mitarbeiten wird, steht noch in den ✨ .

photo credit: Philipp Baer, Artikel Kessler Silvia, Bündner Tagblatt