081 645 11 11 info@tennahospiz.ch

Nachruf für Ursula Buchli – ein Leben für die Familie, in den Bergen.

 

An einem Feiertag hat Ursula die Wohngemeinschaft Alte Sennerei, im Beisein von Familienmitgliedern, für immer verlassen.

Sie war von Anfang an Teil dieser Wohngemeinschaft und lebte nun vier Jahre und zehn Monate in der WG für den letzten Lebensabschnitt. Sie nahm die andern Mitbewohneden an wie ihre Familienmitglieder.

Sie freute sich über ihre Altersresidenz im Tenna Hospiz. Von ihrer Wohnung, die sie bis zuletzt mit ihrem Mann teilte, konnte sie zurück ins Safiental blicken. Sie erkannte ihr Geburtshaus, das Bruschghorn in allen Licht- und Wetterverhältnissen. Sie teilte viele Geschichten von ihren Reisen in andere Gebirgswelten. Die Bilder von diesen Reisen, vom Güner Horn bis zum Kilimandscharo, waren ihr Trost in einem Lebensabschnitt, wo alles beschwerlicher wurde.

Diamanten

Ursula empfing hier ihre Kinder, Enkel und Urenkel und Gäste. Sie erinnerte sich oft an die weitverzweigten Verwandtschaften im Safiental. Viele dieser Begegnungen ergaben bleibende Erinnerungen. Die Familie auf Gün, die Familien in Neukirch, die Schicksale der Nachbarn.

Sie suchte die Sonne. Sie fand alle geschützten Plätze im Umkreis des Tenna Hospiz. Dort genoss sie die Ruhe, den Ausblick und die Erinnerungen.

Der Schnee war ihr ein Gräuel. Mit jeder Schneeflocke waren Erinnerungen an die Tragödien des Lawinenwinters 1951 verbunden.

«Im Leben … finden sich viele Beispiele für Erreichtes und Unerreichtes, für Zeiten des Glücks und des Unglücks, für Freude und Leid, für verwirklichte und enttäuschte Hoffnungen.

Bei einer Gesamtschau dieses Lebens wird deutlich, wie sehr es [gelungen ist, zu sehen], dass uns das Leben von Gott geschenkt ist, dass dieses Leben ein verletzliches, ein endliches ist, dass wir in der Hoffnung und Erwartung leben, im Tod zu unserem Ursprung zurückzukehren, dass wir Dank empfinden [… so,] dass wir in der Weitergabe [unseres] Handelns an andere Menschen sowohl eine [Form] dieses Dankes als auch der erlebten Mitverantwortung für die Welt finden.» (Andreas Kruse, Grenzgänge)