An einem stürmisch, schneereichen Wintertag hatten wir in einer voll besetzten Grossen Stube in der Alten Sennerei das Vergnügen, einigen Geschichten aus früheren Zeiten im Safiental zu lauschen.
Edith Gartmann ist in Zalön, oberhalb Safien Platz, aufgewachsen. Sie wohnt heute in Basel und hat vor vier Jahren ihren ersten Roman veröffentlicht. Im Buch, das den Titel „Schongebiet“ trägt, lässt sie eine etwa 10-jährige Lisa aus ihrem Heimattal erzählen. Die gelesenen Geschichten berührten die Mitbewohnenden der Wohngemeinschaft in der Alten Sennerei. Diese erkannten die Muster der Wolldecke auf der Ofenbank wie auch den langjährigen Postauto Chauffeur – denn die Erzählungen in diesem Roman sind sehr lebensnah. Für die Gäste aus nah und fern tönten die Geschichten eher exotisch, wie aus einer fremden Welt, weil ihre Erinnerungen von anderen Erlebnissen geprägt sind. Das Vergnügen hatten alle.
Spannend war es auch zu hören, wie Edith dazu kam das Buch zu schreiben. Ihre langjährige Tätigkeit als Kindergarten Lehrerin kam ihr Zuhilfe beim Formulieren der Geschichten aus der Ich-Perspektive eines Mädchens. Edith meinte auch, dass dieser Roman nicht ihre Erlebnisse erzählt. Sie sei zwar vertraut mit der Umgebung im Tal, mit der Kultur; gewisse Episoden sind sicher auf eigenen Erlebnissen literarisch aufgebaut. Andere jedoch eher aus der Intuition oder aus Erzählungen anderer gewachsen.
Obwohl der Roman Schongebiet mit der Stimme eines Mädchens erzählt wird, ist er kein Kinderbuch. Zu vielschichtig ist der Inhalt dieses Buches. Edith hat markante menschliche Verhaltens- und Kommunikationsmuster illustriert und eingearbeitet. Sehr feinfühlig und mit achtsamer Sprache. An der Stelle, wo sie beschreibt, wie Lisa die Hand der Lehrerin fasst, werden die Qualitäten dieser menschlichen Berührung für den Leser/die Leserin spürbar.
Schongebiet
Roman
112 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag, Leseband
[auch als eBook erhältlich]

