Es gibt Alternativen – wir leben sie!
Verein Tenna Hospiz – das sind wir
Der gemeinnützige Verein Tenna Hospiz ist die handlungsfähige Rechtskörperschaft für das gesamte Projekt. Wir unterscheiden zwischen der Trägerschaft und dem Betrieb, mit jeweils eigener Rechnung. Die Trägerschaft (Immobilie, Mittelbeschaffung, Buchführung, Öffentlichkeitsarbeit) ist beim Verein Tenna Hospiz, und die Wohngemeinschaft Alte Sennerei stellt den eigentlichen Betrieb dar. Der Betrieb ist verantwortlich für die Wohngemeinschaft, die Alltags-Unterstützung, die Begleitung, die Pflege und Sozialraum Aktivitäten (Dienstleistungen, Veranstaltungen, gemeinsame Aktivitäten).
Der gemeinnützige Verein Tenna Hospiz ist Besitzer und Verwalter der Liegenschaft und unterstützt den Betrieb der Wohngemeinschaft Alte Sennerei. Der Verein besteht hauptsächlich aus etwa zwanzig Gönnerinnen und Gönnern im Status von Passivmitgliedern (ohne Stimmberechtigung). Der Vorstand besteht 2025 zurzeit aus dem Präsidenten Othmar F. Arnold und Pascal Hofmann, dem Architekten der Alten Sennerei. Die Vereinsstruktur mit zwei Vorstandsmitgliedern ist eine temporäre Situation; sie möchte in Zukunft breiter abgestützt sein.
Die Wohngemeinschaft Alte Sennerei wuchs von innen aus einer Betroffenheit heraus – eine Initiative von Berglern für Bergler. Sie wirtschaftet nach betriebsökonomischen Prinzipien, versteht sich aber nicht als profitorientiertes Unternehmen, sondern als zivilrechtliche Privatinitiative – als WG eben.
Vorgesehen sind vier Plätze für Bewohnende mit Unterstützung- und Pflegebedarf. Zwei sorgende Mitbewohner/innen, externe Mitarbeiter/innen und Freiwillige decken die 400 Stellenprozente des Betriebs ab, zusammen mit der gegenseitigen Unterstützung, welche die Mitbewohnenden leisten. Dazu kommen die Einsätze der ambulanten Dienste.
Ihre Kernaufgabe ist die Bewältigung des Alltags in der Alten Sennerei. Wichtig dabei sind die Stärkung von Selbstwirksamkeit und die Sinnhaftigkeit. Der Tagesablauf wird durch die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Mitbewohnenden gestaltet. Die Bewohnenden, die sorgenden Mitbewohnenden, pflegende Angehörige und Freiwillige wirken aktiv mit und sprechen sich ab.
In der Wohngemeinschaft werden die Aktivitäten so gestaltet, dass sie den Bedürfnissen der Mitbewohnenden entsprechen. Die gemeinsamen Essenszeiten am Mittag und am Abend bilden gleichzeitig die Vollversammlungen der Wohngemeinschaft. Viele Entscheidungen werden dort gefunden. Die Koordination der WG kümmert sich um deren Umsetzung.
Die Koordination vermittelt auch die notwenigen Kontakte nach aussen.
Othmar Ferdinand Arnold (1961) stammt ursprünglich aus dem Kanton Luzern. Nach der Matura leistete er zwei Jahre freiwilligen Zivil- statt obligatorischen Militärdienst. Nach einem Archäologiestudium liess er sich 1986 in Tenna nieder. Hier war er zwei Jahre Teilzeitverwalter der damals noch existierenden Raiffeisenkasse Tenna und lebte in einer Wohngemeinschaft über der Bank. Hauptsächlich aber war er Bergbauer auf einem Hof im Dorf. Die damalige Wohngemeinschaft in Tenna war für ihn der Grundstein für das Projekt Tenna Hospiz, das sich erst Jahrzehnte später entfaltete.
1993 wanderte er in den Nordwesten Kanadas aus, um dort Landwirtschaft zu betreiben. Später verdiente er sein Geld als «wilderness guide», als Fremdenführer. Ausserdem liess er sich zum Rettungssanitäter ausbilden und begann im Alter von 40 Jahren eine Ausbildung zum Pflegefachmann, machte danach den Master als Advanced Practice Nurse (APN), was in der Schweiz dem Pflegeexperten entspricht.
Im Yukon-Territorium arbeitete er am Rand der kanadischen Gesellschaft in einem 300-Seelen-Dorf. Hier hatte er als Nurse Practitioner (NP) die Funktion der medizinischen Grundversorgung inne, war also so etwas wie der Hausarzt für ein ganzes Dorf. Hier liefen die medizinische Versorgung, die Präventionsberatung und Soziales an einer Stelle zusammen. Was den Effekt hat, dass der Mensch immer als Gesamtheit gesehen, beraten und versorgt wird (Prinzip der Primary Health Care).
In befristeten Einsätzen hat er auch in der Hocharktis, in den zerstörten Dörfern der Hochtäler Nordpakistans, in den konfliktreichen Ebenen und Hügeln Ugandas und Ruandas sowie in vergessenen Hirtendörfern am Rande der Sahara im Tschad gearbeitet. 2011 war er ein halbes Jahr für Ärzte ohne Grenzen in einem Projekt zur Bekämpfung des Hungers im Tschad engagiert.
2013 kehrte er – zu Fuss und per Frachtschiff – zurück in die Schweiz. Hier lebte er für drei Monate im Kloster Rapperswil als Gast innerhalb des Konvents. Seither wohnt er wieder in Tenna. Danach liess er sich als Pflegefachmann bei der Spitex Foppa in Ilanz anstellen. Neben seiner Tätigkeit bei der Spitex bildete er sich weiter in Palliative Care und absolvierte ein Theologiestudium.
Als Mitarbeiter der Spitex Foppa musste er immer wieder erleben, dass Personen, die nicht mehr von der Spitex und den Angehörigen gepflegt werden konnten, in ein Alters- oder Pflegeheim eingewiesen wurden, weit weg von zu Hause, von den Verwandten und Bekannten. Dieser Entwurzelung wollte er entgegenwirken, und so entstand das Projekt Alte Sennerei.

Der Betriebsleiter Othmar F. Arnold